Authentic Jazz
Jazz Dance ist ursprünglich die Tanzform, die zur Jazzmusik getanzt wird. Heute wird der Begriff Jazz auch für Musikformen benutzt, die nicht mit der afroamerikanischen Tradition zu tun haben. Ab den 1950er Jahren wurden Elemente des Jazz Dance in den zeitgenössischen Tanz integriert. Dadurch wurde der Begriff Jazz Dance von der Modern Dance und Ballettbewegung übernommen. Heute versteht man unter Jazz Dance eine Form des zeitgenössischen Tanzes, der zu jeglicher Art von Musik getanzt wird. Es existieren heute eine Vielzahl von Jazz Dance Schritten/Bewegungen, die Ihre Wurzeln im afroamerikanischen Tanz haben. Viele davon entstanden in den 1920er und 1930er Jahren und wurden auch aus dem Tap Dance adaptiert. Während Tap Dance TänzerInnen zum Rhythmusinstrument werden, nutzten TänzerInnen im Jazz Dance den ganzen Körper zur musikalischen und rhythmischen Gestaltung.
Authentic Jazz beschreibt heute im allgemeinen alle Tanzformen und Tanzstile, die einen Bezug zur Jazz Musik haben. Dazu zählen Solo, Gruppen und Paartänze (Lindy Hop, Balboa, Charleston, Shag). Jazzhistoriker Marshall Stearns brachte den Begriff Jazz Dance wieder in Verbindung mit seiner ursprünglichen Form, dem Authentic Jazz. Die wichtigsten Eigenschaften im Authentic Jazz sind Rhythmus, Improvisation und Individualität. Rhythmus ist wichtiger als die Bewegungen, es gibt keine Regeln zur Ausführung der Bewegungen, nur der Rhythmus muss konsistent sein. Jeder ist individuell und frei in der Art seiner Bewegungen. Im Authentic Jazz wird frei zur Musik improvisiert, beim Tanzen tritt man in Dialog zur Musik und anderen TänzerInnen.
Authentic Jazz wird heute in der Swing Tanzszene auch als Überbegriff für Jazz Klassen benutzt, in denen ohne PartnerInnen getanzt wird.
Solo Jazz ist eine vereinfachte Bezeichnung für Vernacular oder Authentic Jazz (europäischer Sprachraum) und bezeichnet alle Tanzformen die Solo, bzw. ohne Partner zur Jazz Musik getanzt werden. Dazu zählen allgemein Charleston Variationen, Jazz- Schritte und Routinen.
Charleston und Black Bottom
Während der Prohibitionszeit in den USA verbreitete sich in der weiblichen Bevölkerung ein neuer emanzipierter Lebensstil: die Flapper (engl. „jemand, der flattert“). Zu den Eigenschaften gehörte ein revolutionärer Modestil: knieumspielende Kleider, Kurzhaarfrisuren, auffälliges Make-Up und Schmuck – und ein Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit Lebensentwurf: nächtliche Besuche in Jazzclubs, provokatives Tanzen, Rauchen, Trinken und Verabredungen mit wechselnden Bekanntschaften.
Charakteristisch für den Tanz Charleston sind die ein- und auswärts drehenden Füße und das Schwingen und Werfen von Armen und Beinen. Mit dem Aufkommen der Swing Musik verlor der Charleston ende der 1920er Jahre an Popularität. Viele Elemente des Charleston wurden später von den Swing Tänzen übernommen.
Schritte und Routinen
Die Version des Big Apple, die heute getanzt wird, wurde von Frankie Manning für die „Whitey’s Lindy Hoppers“ choreographiert. Der Name des Songs ist „The Big Apple Contest“ (Solomon Douglas Swingtet). Im Herbst 1937 reisten 4 Paare der „Whitey’s Lindy Hoppers“ nach Hollywood, um eine Filmszene für Judy Garlands Film „Everbody Sing“ einzustudieren. Frankie Manning stellte die Choreographie durch eine Kombination von Jazz Steps zusammen, die die Tänzer aus dem Savoy Ballroom kannten. Aufgrund eines Disputs zwischen „Herbert White“ (Manager der Truppe) und dem Regisseur kam die Sequenz für den Film „Everbody Sing“ nicht zu stande. Erst im Film „Keep Punching“ wurde die berühmte Big Apple Routine 1939 von den „Whitey’s Lindy Hoppers“ aufgeführt.
